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1995-2000 SwissGuide

1995-2000 SwissGuide

1995 war ein Schlüsseljahr für das Netz: Microsoft trat mit einem eigenen Webbrowser gegen Netscape an. Netscape stand auf dem Höhepunkt des Erfolgs: Am 9. August 1995 ging Netscape an die Börse – mit sensationellem Ergebnis. In der Schweiz ist noch nichts davon zu spüren. Hier kämpfen noch proprietäre Netzwerke um Kunden, neben CompuServe vor allem America Online und das Microsoft Network (MSN). OCS war die erste und einzige Schweizer Firma, welche im 1995 im MSN ein eigenes Forum online hatte. 1996 tauchen die ersten Suchmaschinen im Internet auf, Sun lanciert Java und das Schlagwort "Internettelefonie" macht zum ersten Mal die Runde. Der amerikanische Senat beschliesst nach langer Debatte ein Internetzensurgesetz, den Communications Decency Act (CDA). Doch der oberste Gerichtshof bewertet die Redefreiheit als wichtiger und setzt das Gesetz wieder ausser Kraft.

Das Internet wuchs schnell, auch in der Schweiz. Niemand hatte aber den Überblick über die Angebote und Google war noch nicht geboren.Christian Schwengelerhatte deshalb die Idee, Ordnung in das Chaos hineinbringen. Er kreierte den SwissGuide, ein umfassendes Website-Verzeichnis für das Schweizer Internet, welches am 21. Mai 1996 online ging. Weiter wurdeChristian Schwengelerzum Verleger. Weil er 1996 den Besuchern der Computermesse Orbit in Basel ein Präsent überreichen wollte, kreierte er den SwissGuide in gedruckter Form. Noch waren in der Schweiz nicht viele Internetadressen zu verzeichnen, deshalb fiel der erste SwissGuide schmal aus. Das Produkt kam beim Publikum extrem gut an: Die 10'000 Exemplare des ersten SwissGuide-Magazins war innert kürzester Zeit vergriffen und Kiosk AG hat das neue Produkt ins Sortiment aufgenommen. Es war jedoch nicht nur ein Magazin sondern ein hybrides Mediensystem entstanden: Wer sich online im Suchverzeichnis eingetragen hat, wurde nach einem Qualitätstest automatisch im Magazin publiziert. Auch die Inserenten konnten sowohl im Magazin als auch online Werbung machen. Das war ziemlich einzigartig in dieser Zeit und verhalf der Firma zu einem schnell wachsenden Bekanntheitsgrad. Dieser wurde mit mehreren Werbekampagnen in Online- und Printmedien sowie der Schaltung von Radio- und TV-Spots ergänzt. Nebenbei sorgte der SwissGuide online für eine ganze Reihe von Schweizer Premieren. So entwickelte Christian Schwengeler mit seinem Team die erste Schweizerkarte im Internet. Aus Anlass einer Werbekampagne der Credit Suisse realisierte er weiter das erste Flash-Bannersystem der Schweiz und bekam darum das ganze Budget. Mit Personal SwissGuide entstand ein Extranet wie das heute von Homegate, der Scout-Gruppe und anderen angewendet wird. Weiter folgten ein E-Mailverzeichnis und ein Personalisierungssystem, damals ebenfalls ein Novum. Damit konnte bereits damals eine eigene Startseite mit Favoriten, News und Wetterdaten aus der Region angeboten werden, so wie man sie heute vom damals noch nicht existenten Google oder von MSN kennt.

SwissGuide beteiligte sich als erstes System seiner Art an WEMF-Studien und an der Mach. Im Hintergrund sorgte ein redundantes Serversystem für Sicherheit. Der Swissguide online wurde 1998 zu einem der ersten Schweizer Web-Portale ausgebaut und gehörte nebst Blick, bluewin, msn, search zu den meistbesuchtesten Websites der Schweiz. 1999 gewann er den von Ringier verliehenen IP-TOP Award, das war der Höhepunkt. Im Mai 2000 verkaufte Christian Schwengeler SwissGuide erfolgreich an Cablecom.

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